Übersicht: Der kleine Wichtel | Der kleine Tannenbaum | Der kleine Stern

Nachfolgend findest du drei kleine, besinnliche Weihnachtsgeschichten. Jede Geschichte ist super für Kinder geeignet – zum Vortragen als auch zum Vorlesen. Frohe Weihnachten und viel Spaß damit!

Der kleine Wichtel Weihnachtsgeschichte

Über viele Wichtel des Weihnachtsmannes ist nicht sehr viel mehr als ihre Größe und ihr Aussehen bekannt. Während der Weihnachtsmann und die Rentiere die Hauptrolle am Weihnachtsabend übernehmen, halten sich die Wichtel lieber im Hintergrund. Das gilt für alle Wichtel bis auf Knud. Übersetzt aus den Sprachen nordischer Länder, bedeutet Knud unter anderem waghalsig oder keck. Beide Eigenschaften trafen auf den kleinen Wichtel aus dieser Geschichte ganz genau zu. Wann immer sich eines der Rentiere bei einem Ausflug am Nordpol verlaufen hatte, leitete Knud die Suche nach Danzer, Prancer oder sogar Rudolph. Aufgrund seines Abenteuerdranges war der kleine Wichtel nicht in der Produktion der Spielzeuge beschäftigt, sondern betätigte sich als Mechaniker für den Schlitten des Weihnachtsmannes. In den 50 Jahren seit Knud diese Aufgabe von seinem Vater Roald übernommen hatte, konnte die Geschwindigkeit des Schlittens fast verdoppelt werden. Seit einigen Jahren verpasste der Weihnachtsmann daher keine Feier mehr, die pünktlich mit der Auslieferung des letzten Geschenks am Nordpol startete.

Doch warum ist es wichtig mehr über Knud in Erfahrung zu bringen. Der Grund beginnt mit einem großen Gepolter, welches plötzlich aus der Werkstatt des Weihnachtsmannes zu hören war. Eine der Kessel mit knetbarem Schleim, welchen sich viele Kinder in diesem Jahr wünschten war umgestürzt und hatte den Weihnachtsmann zu Fall gebracht. Sofort wurde nach dem Osterhasen geschickt, der außerhalb dieses Feiertags als Mediziner für magische Wesen wie den Weihnachtsmann, Elfen oder auch die Zahnfee tätig war. An der finsteren Miene des sonst so fröhlichen Hasen war gleich der Ernst der Lage zu erkennen. Der Weihnachtsmann hatte sich einen Arm gebrochen. Am Abend des 22. Dezember mit einer solchen Schreckensnachricht konfrontiert zu werden, löste am Nordpol ein Gefühl von Panik aus. Eine solche Situation war noch nie eingetreten und ein Plan B gab es auch nicht.

Während der Weihnachtsmann einen Gips erhielt, überlegten die ersten Wichtel, wie es möglich sein könnte den Schlitten mit nur einer Hand zu lenken. Knud zerbrach sich den Kopf und fand dennoch keine Lösung. Als der Weihnachtsmann am nächsten Morgen den Besprechungsraum betrat, hätte man eine Stecknadel fallen hören können. Die bedrückte Stimmung wurde gleich durch die Aussage des Weihnachtsmannes aufgelöst bereits eine Lösung gefunden zu haben. In diesem Moment öffnete sich die Tür erneut und Mrs Claus betrat den Raum mit einem winzig kleinen Weihnachtsmannkostüm. Der Weihnachtsmann nahm ihr dieses Kostüm ab und überreichte es Knud. Der Wichtel wusste in dieser Situation nicht, ob es besser wäre zu lachen oder vor Nervosität in Ohnmacht zu fallen.

Der Weihnachtsmann hatte recht gehabt. Knud war der einzige Bewohner des Nordpols, der sowohl den Schlitten bediente als auch ein Händchen für die Rentiere besaß. In den nächsten Stunden weihte der Weihnachtsmann Knud in alle Geheimnisse der Weihnachtsnacht und deren Zauber ein. Angefeuert durch hunderte von Wichteln sowie Mr und Mrs Claus machte sich Knud pünktlich zum 24. Dezember auf die Reise rund um die Welt. Begleitet von den Rentieren stattete der stellvertretende Weihnachtsmann Knud an diesem Abend allen Kontinenten und Kindern einen Besuch ab. Berichten Ihre Kinder davon einen kleinen Wichtel beim Austragen der Geschenke beobachtet zu haben, sollten Sie diese Geschichte nicht vorschnell ins Reich der Fantasie verbannen.

Der kleine Tannenbaum Weihnachtsgeschichte

Bäume, die seit Ihrer Jugend im Schatten stehen, haben es oft schwer ihre volle Größe zu erreichen. Dieses Schicksal hat auch den kleinen Tannenbaum aus dieser Geschichte ereilt. Umgeben von anderen Tannenbäumen, die schon seit dem Pflanzen einfach immer ein bisschen schneller gewachsen sind, war dieser Tannenbaum deutlich kleiner als die übrigen immergrünen Bäume. Die Besitzer der Baumschule, welche die Tannen begutachteten, die in diesem Jahr zum Verkauf freigegeben waren, fragten sich daher mit Sorge, ob überhaupt jemand Interesse an diesem kleinen Baum haben würde. Der kleine Tannenbaum stand in einem Bereich der Baumschule, welcher dafür vorgesehen war, dass die Kunden sich ihren Baum selbst aussuchen und schlagen konnten. Das Schicksal des kleinen Tannenbaums lag damit in den Händen der Besucher.

Während sich die Reihen langsam lichteten, war der kleine Tannenbaum noch immer keinem der Besucher aufgefallen. Das änderte sich jedoch schlagartig als die kleine Charlotte gemeinsam mit ihren Eltern Björn und Silke die Baumschule betrat. Die Fünfjährige hatte sich schon seit einer Woche darauf gefreut heute endlich einen Weihnachtsbaum für den im Kindergarten gebastelten Baumschmuck aussuchen zu dürfen. Die Eltern machten Charlotte Vorschläge und hielten flammende Reden darauf, welcher der Bäume am besten für das Wohnzimmer geeignet wäre. Charlotte fiel es schwer die Begeisterung der Eltern zu teilen. Das lag nicht zuletzt daran, dass das kleine Mädchen immer mehrere Schritte zurückgehen musste, um überhaupt die Spitzen der Tannenbäume richtig sehen zu können.

Die Familie war nun schon einige Minuten in der Baumschule unterwegs und Charlotte merkte, dass die Eltern langsam ungeduldig wurden. In diesem Moment tauchte der kleine Tannenbaum scheinbar wie aus dem Nichts heraus auf. Charlotte war sofort begeistert von dem Baum, der sich praktischerweise fast auf Augenhöhe mit ihr befand. Noch bevor Sie einen weiteren Gedanken zu Ende fassen konnte, hörte Sie sich schon „Der da“ sagen und auf den kleinen Tannenbaum zeigen. Wie bei der Begrüßung Ihrer besten Freundin aus dem Kindergarten rannte das kleine Mädchen auf den Baum zu. Die Eltern erkannten sofort Diskutieren zwecklos, die Entscheidung war gefallen.

Als der Vater mit der Axt zum ersten Schlag ansetzte, sorgten die weit aufgerissenen Augen seiner Tochter sofort dafür diese Entscheidung noch einmal zu überdenken. Nach einigen Tränen entschied die Familie, dass es die beste Entscheidung wäre den kleinen Tannenbaum nicht zu schlagen, sondern samt den Wurzeln auszugraben. Der Besitzer der Baumschule war so begeistert von dieser Entscheidung, dass er den Eltern nicht nur Schaufeln, sondern auch seine tatkräftige Unterstützung anbot. Nach 20 Minuten gelang es den Baum unbeschadet freizulegen.

Kaum Zuhause angekommen verschwendete Charlotte keine Zeit und suchte im Garten der Familie gleich nach einer passenden Stelle für den Weihnachtsbaum. Dieser schlug binnen kürzester Zeit die ersten Wurzeln und konnten in den darauffolgenden Jahren sogar kräftig an Höhe gewinnen. Nach wenigen Jahren musste Charlotte sogar eine Leiter verwenden, um den ehemals kleinen Tannenbaum zur Weihnachtszeit zu schmücken. Als Kompromiss wurde am ersten Weihnachtsfest ein Garderobenständer mit Christbaumkugeln und Lametta dekoriert, um die Geschenke nicht ebenfalls unter dem Tannenbaum im Garten platzieren zu müssen.

Der kleine Stern Weihnachtsgeschichte

Dem Weihnachtsmann ist es schon lange bevor die ersten Navigationsgeräte erfunden wurden, gelungen alle Häuser auf der Welt zu besuchen, in den Kinder sehnsüchtig auf ihre Weihnachtsgeschenke warten. Die Frage, wie dieses Kunststück dem Weihnachtsmann gelingen kann, war dagegen sehr lange ein gut gehütetes Geheimnis. In Wahrheit sind die Sterne dafür verantwortlich, dass der Weihnachtsmann immer den richtigen Weg einschlägt. Jeder Stern sendet über sein Licht Koordinaten eines Kindes auf der Erde an den Schlitten des Weihnachtsmannes. Schon in der Sternenschule lernen die kleinen Sterne wie wichtig es ist sich gewissenhaft auf diese Aufgabe vorzubereiten. Eine der Aufgaben der Sterne besteht darin den Aufenthaltsort der Kinder am Weihnachtsabend zu kennen, um gegebenenfalls die Koordinaten anzupassen. Das geschieht zum Beispiel, wenn ein Kind zu Weihnachten verreist oder das Weihnachtsfest jährlich wechselnd mit Mutter oder Vater feiert.

Unter den neuen Absolventen der Sternenschule war auch der kleine Stern Stella. Stella war schon seit dem Bekanntwerden der Abschlussnoten sichtlich nervös. Kaum hatte der kleine Nachwuchsstern sein Sternendiplom in der Hand war es an der Zeit seinen Platz am Himmel einzunehmen. Dem Stern wurde ein kleiner Junge mit dem Namen Jonas zugewiesen. Stella begann sofort damit über Jonas zu wachen und mehr über dessen Aufenthaltsort an Weihnachten in Erfahrung zu bringen. Die Familie hatte keine Urlaubspläne und so übermittelte Stella pünktlich zum 23. Dezember die Koordinaten von Jonas Wohnanschrift an den Nordpol. Jetzt hätte es Stella eigentlich etwas gemütlicher angehen lassen können. Aber aus irgendeinem Grund gelang es dem kleinen Stern nicht diese Nervosität abzuschütteln und sich auf das bevorstehende Weihnachtsfest zu freuen. Anstatt wie die anderen Sterne bis zum 24. Dezember ihr schönstes Strahlen aufzulegen, blieb Stella weiterhin wachsam.

Genau diese Wachsamkeit sollte sich für Jonas auszahlen. Der Junge fiel in der Nacht zu Heiligabend aus dem Hochbett und musste in ein Krankenhaus gebracht werden. Dort wurde ein gebrochenes Bein festgestellt, welches eine Operation erforderlich machte. Stella hatte zwar keine Ahnung von Medizin, wusste aber dennoch was jetzt zu unternehmen war. Die Fehlermeldung zu erstellen und die neuen Koordinaten abzusenden dauerte nur wenige Minuten. Noch kurz vor dem Abflug des Weihnachtsmannes war es möglich kurzfristige Veränderungen mitzuteilen. Dieser Zeitraum war glücklicherweise noch nicht überschritten. Die Eltern verbrachten den Tag am Krankenbett ihres Sohnes und hatten den Heiligabend schon fast komplett vergessen.

Der Weihnachtsmann war jedoch genau auf Kurs und machte natürlich auch bei Jonas im Krankenhaus einen kurzen Stopp. Da der Weihnachtsmann sich mit rasanter Geschwindigkeit bewegt, bemerken die meisten Menschen, die dem Weihnachtsmann kurz vor der Bescherung begegnen nicht mehr als einen kurzen Windhauch. So wunderten sich Jonas Eltern, wie plötzlich ein Geschenk am Fußende des Bettes auftauchen konnte. Wie Erwachsene so sind, war dieses ungewöhnliche Ereignis schnell vergessen. Jonas stellte sich diese Frage erst gar nicht, sondern freute sich einfach über das 3D-Puzzle in Form eines Dinosauriers, welches auf der Wunschliste an den Weihnachtsmann ganz weit oben gestanden hatte. Mit dem strahlenden Lächeln des Kindes fiel auch von Stella die ganze Aufregung ab und der kleine Stern freute sich sein Debüt am Sternenhimmel so gut gemeistert zu meisten.