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Weihnachtsgeschichten: F├╝r Kinder, Erwachsene & Senioren

Nachfolgend findest du ein paar sch├Âne Weihnachtsgeschichten zum Besinnen und Nachdenken. Die Geschichten sind sowohl f├╝r Kinder als auch f├╝r Erwachsene und Senioren geeignet und erhalten verschiedene versteckte Weisheiten. Viel Spa├č beim Lesen!

Kurze Weihnachtsgeschichten

Das Weihnachtskarussell

Das Leben als Schausteller hatte Paul und seine Frau B├Ąrbel an Orte in ganz Deutschland gef├╝hrt. Am meisten freute sich das Paar jedoch auf die Vorweihnachtszeit. Im Advent waren die Schausteller mit einem nostalgischen Karussell auf dem Weihnachtsmarkt in Bremen zu Gast. Dort hatte sich ihre Tochter Wiebke niedergelassen und eine Familie gegr├╝ndet. Obwohl sich das Paar ├╝ber jedes Kind freute, dass mit leuchtenden Augen eines der kleinen Pferde und Kutschen ausw├Ąhlte, waren es doch die eigenen Enkel, die Paul und B├Ąrbel auch selbst ein Lachen auf das Gesicht zauberten. Schon als Kinder bet├Ątigten sich ihre drei Enkelkinder auch als Streitschlichter. Gab es Streit um den besten Platz auf dem Weihnachtskarussell, gelang es den Kindern untereinander deutlich schneller eine L├Âsung zu finden.

Als Jugendliche besserten sich die Enkel sogar ihr Taschengeld auf und verkauften Karten f├╝r eine Fahrt auf dem Karussell oder erledigten andere anfallende Arbeiten. Daher war es nur umso verst├Ąndlicher, dass zahlreiche Tr├Ąnen flossen, als sich die Gro├čeltern dazu entschlossen das Leben als Schausteller aufzugeben und in den Ruhestand zu treten. Ihre Enkelin Lena machte diese Entscheidung so schwer zu schaffen, dass ganze f├╝nf Jahre ins Land zogen bis diese wieder Lust auf einen Besuch des Weihnachtsmarktes hatte. Den Standort des Weihnachtskarussells gef├╝llt mit anderen Buden zu sehen f├╝hrte bei Lena dazu einen Klo├č im Hals zu sp├╝ren und den Tr├Ąnen sehr nahezukommen.

Doch das Leben ging auch f├╝r Lena und ihre Geschwister seinen gewohnten Gang. Aus Kindern wurden Leute und aus dem Weihnachtskarussell eine sentimentale Erinnerung. Paul und B├Ąrbel hatten sich ein wenig au├čerhalb von Bremen niedergelassen und dort einen kleinen Hof erworben. Dort lebten Katzen und die zwei Hunde des Paares ebenso wie vier Schafe, die als lebende Rasenm├Ąher fungierten ebenso wie ein widerspenstiger Esel namens Albert. Dieser liebte es in einem unbeobachteten Moment f├╝r Chaos im Gem├╝sebeet zu sorgen oder der K├╝che einen Besuch abzustatten.

Hier h├Ątte die Geschichte eigentlich ihr Ende nehmen k├Ânnen, w├Ąre das Jahr 2020 anders verlaufen. Doch die weltweite Pandemie hatte vielen Kindern eine unbeschwerte Zeit auf dem Weihnachtsmarkt so gut wie unm├Âglich gemacht. Paul tat es in der Seele weh zu wissen, dass seine Urenkel den Advent in diesem Jahr ganz anders verbringen w├╝rden. Dieser Gedanke war die Initialz├╝ndung f├╝r ein Comeback des Weihnachtskarussells. Gesagt, getan und schon machte sich Paul an die Arbeit. Mehrere entfernte Staubschichten und einige Malerarbeiten sp├Ąter und schon erstrahlte das Weihnachtskarussell wieder im alten Glanz.

Mit dieser ├ťberraschung gelang es Paul nicht nur seine Urenkel, sondern gleich mehrere Generationen seiner Familie in Staunen zu versetzen. Die Kinder drehten in dieser Vorweihnachtszeit unz├Ąhlige Runden auf dem Karussell und fanden ein kleines St├╝ck Normalit├Ąt wieder. So gelang es dem Weihnachtskarussell erneut den Zauber von Weihnachten nicht in Vergessenheit geraten zu lassen.

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Lustige Weihnachtsgeschichten

Scherben an Heiligabend

Einige Traditionen rund um den Heiligabend entstehen eher aus Zufall heraus. Genau diesem Zufall war es zu verdanken, dass in der Familie May Scherben als Symbol einer sch├Ânen Weihnachtszeit gelten. Den Anfang machte das Jahr 1982. Am Morgen des Heiligabends ert├Ânte ein Gepolter und die 14-j├Ąhrige Manuela May entdeckte einen herabgest├╝rzten H├Ąngeschrank in der K├╝che. Dies kostete Manuelas Mutter nicht nur 12 Gl├Ąser und 2 Suppenterrinen, sondern auch die ein oder andere Tr├Ąne ├╝ber diesen Anblick in der K├╝che. Schon damals tr├Âstete Manuela ihre Mutter mit den Worten, dass Scherben ja eigentlich Gl├╝ck bringen sollen. Dieses Omen sollte sich bewahrheiten und dieses Ereignis das einzig negative Erlebnis in der Weihnachtszeit sein.

W├Ąhrend der verbleibenden 80er Jahre spielte sich im Hause May eine feste Routine ein. In Jahren, in denen vom ersten Advent bis zum Heiligabend Scherben zu verzeichnen waren, erlebte die Familie ein harmonisches Fest. Blieben die Scherben aus, h├Ąuften sich oftmals kleine und gr├Â├čere Missgeschicke an. Dazu geh├Ârte der Ofen, der pl├Âtzlich den Geist aufgab oder der Armbruch von Vater May, der vor der Bescherung nur noch schnell den M├╝lleimer leeren wollte und hierbei vor dem Haus ausrutschte. Scherben waren somit in der Familie May durchaus mit einem kleinen L├Ącheln verbunden. Das galt f├╝r jedes Mitglied der Familie bis auf die Elisabeth May. Die Mutter der Familie k├Ąmpfte jedes Jahr aufs Neue einen Kampf gegen Windm├╝hlen, um Geschirr, Vasen oder auf die geliebten Kristallfiguren vor Schaden zu sch├╝tzen.

In den folgenden Jahren rangierten die auftauchenden Scherben von komisch bis kurios. So konnte es in einem Jahr der Nachbar der May es schon am vierten Advent kaum erwarten die neuen Golfschl├Ąger endlich auszuprobieren. Das Ergebnis war eine zerschlagene Fensterscheibe im Wohnzimmer und auch der Fernseher konnte der Wucht des Golfballs nicht standhalten. Vater May bezeichnete dies als klassisches Hole in One als dieser einen kurzen Bericht f├╝r die Versicherung der Haftpflichtversicherung des Nachbarn schrieb. Mit Hausarrest endete dagegen der Versuch von Tommy May, Manuela j├╝ngerem Bruder die Katze mithilfe eines Knallfrosches aus dem Weihnachtsbaum zu vertreiben. In Panik fl├╝chtend fiel der Baum zu Boden und viele der Christbaumkugeln als Glas bestanden nur noch aus Einzelteilen.

In diesem Jahr warteten Eltern, Kinder, und die inzwischen ebenfalls zur Familie z├Ąhlenden Schwiegers├Âhne, T├Âchter und Enkelkinder entsprechend mit Spannung auf das diesj├Ąhrige Scherbenmeer. Zum ersten Mal wollte auch Elisabeth May mit dieser Tradition nicht brechen, da nach einigen Jahren endlich mal wieder alle Kinder und Enkel unterm Weihnachtsbaum vereint sein w├╝rden. Am Mittag des Heiligabends nahm die Hoffnung langsam ab und alle bereiteten sich innerlich auf die ein oder andere Katastrophe vor. Nach Kaffee und Kuchen nahm Elisabeth May die Tradition schlie├člich selbst in die Hand. Mit einem kr├Ąftigen Ruck an der Tischdecke sowie unter den ungl├Ąubigen Augen der Familie fand sich etwa ein Drittel der Tassen und Teller als Scherben auf dem Boden wieder. Mit Schippe und Kehrblech in der Hand verk├╝ndete die Mutter und Oma dieses Service sowie nie gemocht zu haben. Die Tradition im Hause May konnte somit auch in diesem Jahr fortleben.

Weihnachtsgeschichten f├╝r Kinder

Das Treffen der Weihnachtsm├Ąnner

In einer Nacht die Kinder auf der ganzen Welt zu beschenken ist ein Fakt ├╝ber den Weihnachtsmann, der auch f├╝r kleine Kinder nur sehr schwer zu verstehen ist. W├Ąhrend die Erwachsenen oftmals die Magie des Weihnachtsmannes als Erkl├Ąrungsversuch benutzen, ist die Wahrheit schlicht eine andere. F├╝r fast jedes Land der Erde ist ein anderer Weihnachtsmann im Einsatz. In den Niederlanden ├╝bernimmt Sinterklaas diese Rolle, w├Ąhrend der amerikanische Santa Claus gleich f├╝r ganz Nordamerika zust├Ąndig ist. In Russland ist der Weihnachtsmann dagegen als V├Ąterchen Frost oder in Skandinavien als Jolnir bekannt. Vor jedem Weihnachtsfest findet ein Treffen aller Weihnachtsm├Ąnner statt. In diesem Jahr treffen sich die Weihnachtsm├Ąnner zum Beispiel im finnischen Lappland, um dort ungest├Ârt alle Einzelheiten der Weihnachtsnacht zu besprechen.

W├Ąhrend dieser Treffen legen die Weihnachtsm├Ąnner die besten Routen fest, um schnell von Haus zu Haus zu reisen und hierbei keinen Flugzeugen in den Weg zu kommen. Mitunter helfen sich einige Weihnachtsm├Ąnner auch gegenseitig aus, um sicherzustellen, dass kein Kind auf ein Geschenk unter dem Weihnachtsbaum verzichten muss. Hierbei entbrennt jedes Jahr aufs Neue ein Streit darum, welche Tiere sich am besten zum Ziehen des Schlittens eignen. W├Ąhrend die traditionellen Weihnachtsm├Ąnner auch weiterhin auf Rentiere setzen, zeigen sich andere durchaus aufgeschlossen f├╝r Ver├Ąnderungen. Speziell der italienische Weihnachtsmann Babbo Natale ist bekannt daf├╝r anderen Tieren eine Chance zu geben. W├Ąhrend dieser Weihnachtsmann selbst zugibt, dass Faultiere eher keine gute Wahl waren, verteidigt dieser bis heute seine sechs Nilpferde, welche seit einigen Jahren seinen Schlitten ziehen. Diese Diskussionen ziehen sich oft bis sp├Ąt in die Nacht und enden oftmals mit einem Lachen von allen Beteiligten.

Nat├╝rlich d├╝rfen auch die neuesten Trends f├╝r Spielzeuge bei diesen Treffen nicht fehlen. Jeder Weihnachtsmann bringt zu den Treffen die Top 3 der diesj├Ąhrigen Spielzeuge mit sich. Diese Spielzeuge werden nicht nur vorgestellt, sondern auch gleich ausprobiert. Hierbei haben die Weihnachtsm├Ąnner, deren Alter oft deutlich ├╝ber 100 Jahre liegt sichtlich Spa├č daran. Hier werden die neuesten Brettspiele ebenso getestet als auch ferngesteuerte Autos. Zu guter Letzt besprechen die Weihnachtsm├Ąnner auch die Urlaubsziele, die nach der anstrengenden Weihnachtszeit geplant sind. Nicht selten statten sich die Weihnachtsm├Ąnner auch gegenseitig einen Besuch ab, um zu sehen, welche ├ťberraschungen deren Werkst├Ątten bereithalten. Obwohl dieses Geheimnis nun gel├╝ftet ist, arbeiten die Weihnachtsm├Ąnner auch weiterhin an einem Strang, um diesen Tag f├╝r M├Ądchen und Jungen auf der ganzen Welt einfach unvergesslich zu machen.

Weihnachtsgeschichten f├╝r Erwachsene

Der Christbaum mit zwei Spitzen

Streit geh├Ârt nicht zum Wortschatz von Anna und Oliver. Allenfalls die ein oder andere leidenschaftliche Diskussion geh├Ârte zum Beziehungsleben des Paares. Spaghetti oder Maccheroni oder die Entscheidung f├╝r das n├Ąchste Urlaubsziel waren Themen bei denen l├Ąngere Gespr├Ąche n├Âtig waren, um eine Einigung zu erzielen. Doch kein Thema wurde von den beiden jemals mit so viel Leidenschaft diskutiert als die Auswahl der Christbaumspitze. F├╝r Anna musste die Spitze mit einem Engel geschm├╝ckt sein, w├Ąhrend Oliver einen selbstgebastelten Strohstern bevorzugte. In der Vorweihnachtszeit rauchten bei dem Paar regelm├Ą├čig die K├Âpfe in dem Versuch eine Einigung zu erzielen. Obwohl sich beide bewusst waren, wie absurd diese Diskussion eigentlich war, wurde es dennoch von Jahr zu Jahr schwieriger die Basis f├╝r einen Kompromiss zu finden.

In diesem Jahr feierten Anna und Oliver das erste Fest im ersten eigenen Zuhause. Die beiden hatten in den vergangenen Monaten jede freie Minute dazu genutzt das kleine H├Ąuschen zu renovieren und modernisieren. Um das leidige Thema Christbaumspitze in diesem Jahr nicht erneut hochkochen zu lassen, hatte das Paar beschlossen auf einen Baum zu verzichten und diese Diskussion auf das n├Ąchste Jahr zu verschieben. Mit anderen Traditionen rund um das Weihnachtsfest wurde dagegen nicht gebrochen. Das Wohnzimmer und der Vorgarten wurden weihnachtlich geschm├╝ckt und auch die Weihnachtsb├Ąckerei legte die ein oder andere ├ťberstunde ein. Auf diese Weise schien der Advent f├Ârmlich zu verfliegen und schon leuchteten vier Kerzen auf dem Adventskranz auf.

Am 21. Dezember fiel Anna auf, dass in diesem Jahr noch keine Zeit f├╝r einen Besuch des Weihnachtsmarktes vorhanden war. Eine SMS sp├Ąter und schon war ein Treffen mit Oliver nach Feierabend vereinbart. Gemeinsam schlenderten die beiden Hand in Hand ├╝ber den Weihnachtsmarkt in ihrer Stadt, tranken Gl├╝hwein, kauften sich ger├Âstete Kastanien und blickten auf die Inhalte der vielen kleinen Buden mit Kunsthandwerk. Am Ende des Marktes trafen die beiden auf einen Verkaufsplatz f├╝r Weihnachtsb├Ąume. Fest davon ├╝berzeugt am geplanten Vorhaben festzuhalten, erlaubten sich beide nur einen ganz kurzen Blick auf die zugeben schon sehr stark eingeschr├Ąnkte Auswahl an B├Ąumen.

Fast zeitgleich trafen ihre Augen auf eher unscheinbar und leicht schief wirkenden Baum in einer der Ecken der Verkaufsfl├Ąche. Beide sahen sich an und begangen sofort zu lachen. Der betrachtete Baum hatte nicht eine, sondern gleich zwei Spitzen. Was blieb Anna und Oliver also anderes ├╝brig als diesen Baum mit nach Hause zu nehmen. Zuhause angekommen verging nicht viel Zeit und schon thronte auf einer Spitze des Baumes ein Strohstern und auf der anderen Spitze ein Engel mit wei├čem Kleid und goldenen Haaren. Zusammen waren beide Dekorationen der gelungene Auftakt zu einem unvergesslichen Weihnachtsfest im neuen Zuhause.

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Weihnachtsgeschichten f├╝r Senioren

Das Weihnachtsgeschenk

Wer glaubt, dass der Herbst des Lebens nicht mehr als ein Zimmer im Altersheim bereith├Ąlt, kennt Birgit, Rita und Monika noch nicht. Die drei Frauen waren bereits seit der Schulzeit befreundet und entschlossen sich dazu sich auch im Alter nicht voneinander zu trennen. W├Ąhrend Rita ein Leben als Single bevorzugte, stand f├╝r Birgit und Monika erst nach dem Tod der Ehem├Ąnner ein Neuanfang auf dem Plan. Zusammen gr├╝ndeten die drei Frauen eine Wohngemeinschaft und kauften sich hierf├╝r gemeinsam einen barrierefreien Bungalow. Dort waren nat├╝rlich auch die Kinder und Enkel der Frauen immer willkommen. Speziell um die Weihnachtszeit waren die drei Freundinnen als Babysitter sehr beliebt, um Geschenke einzukaufen und das Fest in Ruhe vorbereiten zu k├Ânnen. In dieser Zeit halfen die Gro├čm├╝tter ihren Enkeln unter anderem dabei einen Wunschzettel an den Weihnachtsmann zu schenken. Als Gegenleistung durften sich die Omas in jedem Jahr zuerst ein Spielzeug von den Wunschlisten ausw├Ąhlen.

In diesem Jahr stand ein Roboter in der Form eines Dinosauriers auf der Wunschliste eines der Kinder ganz weit oben. Wie nicht anders zu erwarten handelte es sich hierbei um eines der beliebtesten Spielzeuge des Jahres. Das machte es schwierig dieses Spielzeug rechtzeitig im Handel zu finden. Monika und Rita schlossen sich der Suche an, um die Augen von Birgits Enkel p├╝nktlich zum Heiligabend zum Strahlen zu bringen. Nach langer Recherche gab es genau ein Gesch├Ąft in der Stadt, welches kurz vor Heiligabend noch eine Lieferung der Dinos erwartete. Hier h├Ârte Birgits Gl├╝ck jedoch schon auf, da keine Reservierungen m├Âglich waren. Die Vorstellung mit dutzenden anderen Eltern und Gro├čeltern um das Spielzeug zu k├Ąmpfen klang nicht sehr vielversprechend.

Zu dritt machten sich die Frauen auf dem Weg. Vor dem Gesch├Ąft standen bereits 50 oder mehr Personen, die so wie es aussah, alle den gleichen Kauf im Auge hatten. In f├╝nf Minuten ├Âffneten die T├╝ren und Birgit sah ihre Chancen sinken das beliebte Spielzeug zu ergattern. Doch Rita war ebenfalls nicht unt├Ątig und hatte einen Plan gefasst. Zwei Minuten vor dem ├ľffnen der T├╝ren fl├╝sterte diese Birgit ins Ohr sich weiter nach vorne zu stellen. Der Blick in Ritas Augen war Birgit nur allzu gut bekannt. Als sich der Mitarbeiter der T├╝r n├Ąherte, t├Ąuschte Rita eine Ohnmacht vor. Pl├Âtzlich richteten sich alle Blicke nach hinten und Birgit nutzte die Gelegenheit fast unbemerkt den Laden zu betreten. Sie schnappte sich einen der Dinosaurier, bezahlte und fand vor der Ladent├╝r Rita mit einem Glas Wasser in der Hand sitzend vor. Monika spielt ihre Rolle ebenfalls perfekt und machte der Freundin Vorw├╝rfe am Morgen nicht gefr├╝hst├╝ckt zu haben. Nach einiger Zeit besserte sich ihr Befinden und die drei Freundinnen machten sich auf den Weg nach Hause. Wie es der Oma gelungen ist dieses Geschenk f├╝r ihren Enkel zu kaufen, wurde von Birgit jedoch der neugierigen Familie nicht verraten.

Weihnachtsgeschichten zum Nachdenken mit tieferem Sinn

Weihnachten mit vertauschten Rollen

Wenn das Leben fair w├Ąre, w├╝rde es Gummib├Ąrchen regnen. Das war das erste Motto, welches f├╝r Lotta in ihrem noch jungen Leben wichtig war. Mit ihren zehn Jahren war dem M├Ądchen schon bewusst, dass das Gl├╝ck nicht jedem Menschen gleich holt war. Ihr Vater hatte vor ├╝ber einem Jahr seine Arbeit verloren und konnte bisher noch keinen neuen Job finden. Das hatte nicht nur an den finanziellen Reserven der Familie gezehrt. Lottas Mutter, die als Altenpflegerin t├Ątig war, versuchte mehr Schichten zu arbeiten, um die Haushaltskasse aufzubessern. Dennoch war der K├╝hlschrank oft schon lange vor dem Ende des Monats leer. Lotta hatte gelernt im Supermarkt nach Sonderangeboten Ausschau zu halten oder Kleidung extra eine Nummer gr├Â├čer auszuw├Ąhlen, um diese l├Ąnger tragen zu k├Ânnen.

In den letzten drei Monaten schien die Familie vom Pech regelrecht verfolgt zu sein. Erst ben├Âtigte das Auto eine teure Reparatur und dann gingen in sch├Âner Regelm├Ą├čigkeit Haushaltsger├Ąte kaputt. Lotta wusste, dass jeder Neukauf Geld kostete und dass das Weihnachtsfest daher in diesem Jahr im ganz kleinen Rahmen stattfinden w├╝rde. Auf der Liste an den Weihnachtsmann schrieb Lotta daher Spielzeuge auf, die nur wenig Geld kosteten oder die ihre Mutter selbst n├Ąhen konnte. In der gleichen Zeit wurde eine Nachbarin sehr krank und war auf Hilfe beim Einkaufen und der Hausarbeit angewiesen. Lotta mochte Frau Meyer und leistete ihr nach der Schule gerne Gesellschaft. Zudem hatte das M├Ądchen keine Probleme damit sich im Haushalt n├╝tzlich zu machen.

Kurz vor Weihnachten war Frau Meyer f├╝r Weihnachtseink├Ąufe in der Stadt unterwegs. Um sich f├╝r die Hilfe der letzten Monate zu bedanken, wollte Frau Meyer auch Lotta ein Spielzeug als Geschenk kaufen. Diese ├╝berlegte kurz und hatte eine bessere Idee. Diese Idee f├╝hrte Lotta in eine Buchhandlung sowie ein Stoffgesch├Ąft. Was es mit diesen Eink├Ąufen auf sich hatte, wurde jedoch erst zur Bescherung am 24. Dezember deutlich. Dort fanden sich pl├Âtzlich unter dem Weihnachtsbaum nicht nur zwei Geschenke, die den Namen Lotta trugen. Dazu gesellten sich ebenfalls ein P├Ąckchen mit dem Namen Mama und eines welches an Papa adressiert war. Zuerst ├Âffnete die Mutter ganz erstaunt das P├Ąckchen. Darin befand sich ein Stoff in ihrer Lieblingsfarbe T├╝rkis. Lotta sagte, damit kannst Du Dir endlich ein neues Kleid n├Ąhen. Als N├Ąchstes ├Âffnete der Vater das P├Ąckchen. Darin befand sich ein Reisef├╝hrer f├╝r die Toskana. Lotta wusste, dass sich ihr Vater schon immer gew├╝nscht hatte diesen Teil Italiens zu besuchen. Lotta sah ihren Vater an uns sagte: Vielleicht noch nicht jetzt, aber bald! Diese Worte sorgten f├╝r Tr├Ąnen, aber auch Hoffnung an diesem Weihnachtsfest mit vertauschten Rollen.

Moderne Weihnachtsgeschichten

Selfie unterm Weihnachtsbaum

Sarah konnte sich inzwischen kaum noch vorstellen eines ihrer zwei Kinder, ohne ein Handy in der unmittelbaren N├Ąhe vorzufinden. W├Ąhrend ihr Sohn das Handy bevorzugt zum Spielen nutzte, war ihre Tochter teilweise bis zu einer Stunde damit besch├Ąftigt sich in Pose zu werfen und den perfekten Filter f├╝r ein Bild zu finden. Sarah stimmte diese Entwicklung sehr nachdenklich. Ihren Kindern gelang es kaum mehr ein Gespr├Ąch zu f├╝hren und dem Gespr├Ąchspartner hierbei in die Augen zu blicken. Schon oft hatte die Mutter damit gedroht den Kindern das Mobiltelefon wegzunehmen, wenn diese nicht mehr Zeit in der realen als der virtuellen Welt verbringen w├╝rden. Umgesetzt wurde diese Drohung dennoch nicht, da auch Sarah inzwischen viel zu sehr daran gew├Âhnt war ihren Nachwuchs immer und ├╝berall erreichen zu k├Ânnen.

Obwohl die Kinder schon lange nicht mehr an den Weihnachtsmann glaubten, war es Sarah dennoch wichtig an Weihnachten die traditionellen Br├Ąuche weiterhin zu leben. Dazu geh├Ârte das Schm├╝cken des Baumes ebenso wie das Backen von Keksen f├╝r den Weihnachtsmann. In den letzten Jahren hatten die Kinder hierbei h├Ąufig nur teilgenommen, um Ihrer Mutter eine Freude zu machen. Sarah genoss diese Momente dennoch in vollen Z├╝gen und w├╝nschte sich insgeheim ihr ganz eigenes kleines Weihnachtswunder. Zum ersten Mal seit der eigenen Kindheit machte sich Sarah an die Arbeit und schrieb einen Wunschzettel an den Weihnachtsmann. Darin w├╝nschte sich die Mutter zu Weihnachten den Bann des Handys brechen zu k├Ânnen.

In den letzten Tagen vor Weihnachten hatte Sarah diesen Wunsch schon l├Ąngst wieder vergessen. P├╝nktlich vor der Bescherung standen Kekse und Milch f├╝r den Weihnachtsmann bereit und die Geschenke fanden langsam ihren Weg aus den vorhandenen Verstecken unter den Baum. Die Kinder ├Âffneten die Geschenke, freuten sich und das Handy war tats├Ąchlich f├╝r einen Moment lang abgemeldet. Bis auf eine kleine Fotosession der Familie mit dem Weihnachtsbaum im Hintergrund interessierten sich die Kinder weder f├╝r Nachrichten der Freunde noch den aktuellen Akkustand. Sarah war gl├╝cklich und genoss dieses Weihnachtsfest in vollen Z├╝gen.

Am n├Ąchsten Tag wollte Sarahs Tochter einige der Fotos vom Weihnachtsfest in den sozialen Medien posten. Pl├Âtzlich waren auf den Fotos jedoch nicht nur drei Personen, sondern vier zu erkennen. Neben ihrer Mutter, ihrem Bruder und ihr selbst war eindeutig der Weihnachtsmann mit einem zwinkernden Auge zu erkennen. Das M├Ądchen zeigte die Fotos sofort ihrer Mutter. Diese war zun├Ąchst verbl├╝fft, zweifelte jedoch nicht im geringsten daran auch im n├Ąchsten Jahr wieder einen Wunschzettel zu schreiben.

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