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Die Weihnachtszeit ist die Zeit für Geschichten. Draußen ist es kalt und ungemütlich, drinnen wird es bei Kakao und Kaffee erst so richtig gemütlich, wenn eine Geschichte vorgelesen wird. Da nicht jede Geschichte zu jedem Zuhörer passt, folgen sechs ganz kurze Geschichten passend zu Weihnachten, dem Fest der Liebe.

Kurze Weihnachtsgeschichte für Kinder zum Vorlesen

Weihnachten unter einem Tannenbaum!

(Ein kleiner Engel erzählt von einem Heiligen Abend und was er da mitgehört hat.)

Jedes Jahr werden in den Häusern Weihnachtsbäume aufgestellt. Die Tannenbäume werden bunt geschmückt und mit vielen kleinen Figuren dekoriert. Doch was, wenn die Figuren Geschichten erzählen könnten. Was, wenn sie von all den Festen erzählten, die sie schon miterlebt haben.

Der kleine Engel, der hoch über den anderen schwebt erzählt gerne vom letzten Weihnachtsfest.

Draußen war es schon dunkel, als die ganze Familie hereinkam. Die Kinder waren ganz aufgeregt und stürmten zu den Geschenken, die unter dem Baum lagen. Doch die Eltern wollten in diesem Jahr erst noch eine Weihnachtsgeschichte vorlesen. Also setzten die zwei Kinder sich vor den Baum und hörten ganz gespannt, welche Geschichte die Eltern lesen würden.

Die Geschichte erzählte von der Reise eines Paares, das auf der Suche nach einer Unterkunft war. Nach langem Suchen fanden sie einen Stall, indem sie bleiben durften. Die schwangere Frau bekam ein Baby. Jesus nannten sie das Kind. Wegen der Geburt dieses Menschen feiern wir heute noch das Weihnachtsfest. So endete die kurze Geschichte der Eltern.

„Das ist also eine Geburtstagsfeier, die wir heute machen? Wieso feiern alle diesen Geburtstag? Meinen Geburtstag feiern nicht alle Menschen.“, fragte der Junge irritiert.

„Jesus war ganz besonders. Fast überall auf der Welt feiern Menschen Weihnachten um an seine Geburt zu erinnern. Die Krippe ist eine Erinnerung daran, wo er geboren wurde.“, erklärte der Vater.

„Wieso bekomme ich ein Geschenk, wenn es der Geburtstag von Jesus ist?“, fragte das Mädchen leise. Die Mutter sprach ganz ruhig: „Er hat ein so wichtiges Leben geführt. Daran wollen wir uns alle immer wieder gerne erinnern. Die Geschenke sollen uns dabei helfen.“

Der kleine Engel erzählt das mit seiner kleinen klaren Stimme: „Danach haben die Kinder ganz friedlich ihre Geschenke ausgepackt und alle haben zusammen noch Weihnachtslieder gesungen. Das war so schön. Das werde ich nie mehr vergessen.“

Kurze Weihnachtsgeschichte zum Nachdenken

Weihnachten alleine

(Oder wie eine streunende Katze die Einsamkeit am Weihnachtsabend vertreibt.)

Jedes Jahr kam pünktlich der Weihnachtsblues zu Besuch. Die Menschen um mich herum waren aufgeregt und besorgten Geschenke oder sprachen von ihrem Weihnachtsfest. Und ich? Ich würde wieder alleine in meiner Wohnung sitzen und den Fernseher mit meiner Anwesenheit beglücken, wie auch schon all die vergangenen Jahre. Die Filme waren schon alte Bekannte, manche konnte ich schon mitsprechen.

Mit dieser Erwartung stellte ich also pünktlich am 24. Dezember den Fernseher an. Meine Weihnachtsnudeln würde ich wie immer in Gesellschaft meiner Flimmerkiste essen. Nach den Nachrichten dachte ich an die anderen Häuser. Dort strahlten die Weihnachtsbäume und die Kinder um die Wette. Spielsachen und Geschenkpapierfetzen lagen sicher auf dem Boden verstreut, eben ein glückliches und lebendiges Durcheinander.

Der Vorspann meines Films lief noch, als ich ein ungewohntes Geräusch an meiner Wohnungstüre hörte. „Es ist bestimmt nur der Wind.“ Das Wetter war wie all die letzten Jahre weihnachtlich grau und regnerisch. Es war kalt und nass. Wer sollte da an meiner Wohnungstüre sein? Ich litt wohl schon unter Wahnvorstellungen. Doch da war das Geräusch wieder. Ein ganz sanftes und zaghaftes Scharren direkt an der Türe.

Als ich die Türe einen Spalt weit öffnete, kam eine nasse Katze in meine Wohnung. „Wer bist Du denn?“ Sie kam einfach herein, stolzierte ins Wohnzimmer und setzte sich ganz ungeniert auf meinen Sessel. Neugierig schnupperte sie an meinen Nudeln. Die kleine Nase zuckte empört zurück und sie machte ein meckerndes Geräusch. „Falls Du etwas Besseres willst, hast Du Dir die falsche Türe ausgesucht. Einen leckeren Weihnachtsbraten findest Du bei mir sicher nicht.“ Die Katze schaute mich mit ihren großen Augen direkt an.

Das nasse Fell stand kreuz und quer vom Körper ab und sie schien zu zittern. Mit einem alten Handtuch näherte ich mich vorsichtig. „Du bist ja ganz nass. Lass mich Dich ein bisschen abtrocknen.“ Die aufmerksamen Augen der Katze behielten mich immer genau im Blick. Ganz langsam begann ich die nasse Katze mit dem Handtuch zu streicheln. Ich konnte jetzt fühlen, dass sie nicht nur nass, sondern auch sehr dünn war. Vorsichtig rubbelte ich das nasse Fell trocken.

„Na, Du hattest auch noch kein schönes Weihnachtsessen. Hast Du auch Hunger? Ich gucke gleich nach, ob ich etwas für dich finde.“ Jetzt wo sie trocken war erkannte ich, dass sie tatsächlich eine dreifarbige Katze war, eine Glückskatze.
Mit ihr ist Weihnachten das Glück bei mir eingezogen. Sie ist geblieben. Fortuna habe ich sie genannt, denn jetzt bin ich auch an Weihnachten nicht mehr alleine.

Kurze Weihnachtsgeschichten für Erwachsene

Weihnachten im Wald!

Was braucht jeder für ein Weihnachtsfest? Na klar, einen Baum! Wo finden starke Männer den richtigen Baum? Natürlich im Wald!

Und wenn es zu spät ist, eine Erlaubnis zum Schlagen eines Baumes zu holen? Dann macht ein großer starker Mann es einfach trotzdem!

Gedacht getan, machte ich mich mit einem Kumpel auf den Weg in den nächsten Wald. Einen Baum zu schlagen konnte ja nicht so schwer sein. Wir hatten es zwar noch nie versucht, aber mit dem, was dann kam, hatte keiner von uns gerechnet.
Einen Baum im Wald auszusuchen ist gar nicht so einfach.

Man kann sagen, dass wir den Baum vor lauter Bäumen gar nicht sahen. So gingen wir weiter, denn es sollte ja der richtige Baum sein, hatten wir doch unseren Freundinnen versprochen.
Festes Schuhwerk hatten wir uns angezogen, denn dieser Baum würde ja nicht direkt am Weg stehen. Außerdem könnte uns da jeder sehen, wie wir einfach einen Baum fällen.

Also gingen wir mitten durch den Wald. Da gibt es aber leider keine Wege, an denen wir uns orientieren konnten. Der erste Baum war zu klein, der nächste zu krumm und ein anderer schon halb abgestorben.

Am 24.12. wird es in unseren Breiten schon recht früh dunkel. Als die Dämmerung hereinbrach bemerkten wir, dass wir uns heillos verlaufen hatten. Wir fanden den Weg zum Auto nicht mehr.

Wir hatten noch Glück im Unglück. Irgendwann hörten wir Geräusche von Menschen in der Nähe und plötzlich erkannten wir die Stimmen unserer Freundinnen. Sie hatten unsere Handys geortet, als wir nicht pünktlich zurück waren. Wir waren ganz in der Nähe von dem nächsten Parkplatz, als sie uns fanden.

So wurde es dann doch noch ein schöner Weihnachtsabend, nur eben ohne Baum.
PS: Den nächsten Weihnachtsbaum kauften wir lieber wieder ganz normal.

Kurze lustige Weihnachtsgeschichte

Weihnachten unterm Baum!

In vielen Liedern wird besungen, wie die Familie unter dem Baum sitzt und Lieder singt. Ich habe mich immer gefragt, wer so verrückt sein kann, sich unter den Baum zu setzen, vor den Baum, klar, aber darunter? Das soll schön sein? Ich hatte wohl zu intensiv daran gedacht. Das folgende Weihnachtsfest sollte mir eine Lehre sein.

Wie gewohnt besorgte ich in den Tagen vor dem Fest einen schönen Baum. Dieses Jahr sollte es ein besonders schönes und großes Exemplar sein. Nach einigem Suchen hatte ich meinen Baum gefunden. Da er sehr groß und nicht so voluminös war, würde er perfekt in meine Wohnung passen. Ich mühte mich ziemlich ab, aber dann war er da, der Baum. Die Wohnung roch lecker nach Tannennadeln und der Baumständer war groß genug, dachte ich.

Ganz schnell war der Baum gerade aufgestellt und im Ständer fest verschraubt, dachte ich.

Ein großer Baum kann mit vielen Kugeln und Figuren geschmückt werden, denn er ist ja groß und stark, dachte ich.

Nachdem ich den Baum abends fertig geschmückt hatte, setzte ich mich mit Freunden zum Essen, nein nicht unter den Baum, sondern vor den Baum. Das Essen war lecker und auch der Wein hatte uns allen schon gut geschmeckt, als einer meiner Freunde sagte, er habe ein Knirschen gehört. Wir lachten, denn er war es immer, der zu besonderen Späßen aufgelegt war. Dann senkte sich die ganze Herrlichkeit des Baumes wie in Zeitlupe auf uns herab. Nun saßen wir doch unter dem Baum, gesungen haben wir aber da nicht.

Des Rätsels Lösung, der Ständer war defekt. Die Schrauben waren nicht im, sondern nur am Stamm. Nachdem wir den Baum wieder sicher aufgestellt hatten, wurde es noch ein schöner Abend.

Größer ist eben nicht immer schöner.

Kurze besinnliche Weihnachtsgeschichte

Weihnachten im Altenheim!

Frohe Weihnachten wünschen sich die Menschen, wo immer sie sich treffen. Die meisten Menschen feiern Weihnachten mit der Familie. Doch manche Menschen haben diese Möglichkeit nicht oder nicht mehr.

Viele alte Menschen verbringen das Fest im Altenheim, wer Glück hat in der Gemeinschaft mit lieben Menschen. Jedes Jahr beginnt die Weihnachtszeit mit dem Singen der alten Lieder. Viele alte Menschen können noch den kompletten Text der vielen Strophen, selbst wenn sie ihren eigenen Namen nicht mehr erinnern. Der Duft von Weihnachtsgebäck und die bekannten Melodien bringen die Erinnerungen zurück.

Der Auftritt eines Kinderchors oder einer Flötengruppe, die Jahr für Jahr vorbei kommen, um ein Stück Freude zu schenken, kommen auch selber immer beschenkt zurück. Die Freude, die sie schenken, ist wichtig und wertvoll.

Kurze Weihnachtsgeschichte mit Engeln

Wo finde ich den Weihnachtsengel?

Einem Engel kann jeder begegnen. Vielen Engeln begegnet man seltener.
Die Engel, von denen hier erzählt werden soll, arbeiten bei der Polizei. Sie übernehmen die schwere Aufgabe, schlechte Nachrichten zu verkünden. Anschließend bleiben sie da, lassen einen weinen und reden, wie man es eben braucht. Sie helfen einem weitere Hilfe zu finden und beschützen so den Menschen. Nicht vor dem Unheil, das ist geschehen. Sie tragen ihn, damit er wieder selber laufen kann. Es sind diese Engel, die uns bemerkt oder unbemerkt helfen. Sie sind nicht an den Flügeln zu erkennen, sondern an dem, was sie für den Menschen tun.

Die Engel der Weihnachtsgeschichte brachten große Freude. Die Engel der Gegenwart haben meist einen schweren Job. Wir begegnen ihnen, wenn wir selber in Not sind, aber dass sie Engel sind, sehen wir oft nicht.

Auch am Weihnachtsfest werden sie wieder Menschen helfen, richtige Weihnachtengel eben.